Donnerstag - 5. August 2021

Bayer verstärkt Pharma-Forschung durch Übernahme von Vividion Therapeutics

Akquisition stärkt Wirkstoffforschung von Bayer im Pharmabereich durch hochmoderne Plattform für Chemoproteomik / Einzigartige Technologie von Vividion identifiziert bisher unbekannte Bindungstaschen in schwer adressierbaren Zielproteinen und ermöglicht Entwicklung neuer Arten von Substanzen für Indikationen mit hohem ungedeckten medizinischen Bedarf / Präklinische Anwendbarkeit der Technologie in Onkologie und Immunologie belegt, Einsatz in weiteren Indikationsfeldern möglich / Vividion wird weiterhin als eigenständiges Unternehmen geführt / Kaufpreis 1,5 Mrd. US-Dollar sowie bis zu 500 Mio. US-Dollar erfolgsabhängige Meilensteinzahlungen

Berlin, 5. August 2021 – Die Bayer AG hat Vividion Therapeutics, Inc. (Vividion), ein biopharmazeutisches Unternehmen mit Hauptsitz in den USA, das durch neue Forschungstechnologien einen hohen Mehrwert erzielt, erworben. So kann Vividion traditionell nicht adressierbare Zielmoleküle mithilfe seiner Präzisionstherapie erschließen. Mit seiner Technologieplattform ist Vividion in der Lage, unterschiedliche Therapien mit niedermolekularen Wirkstoffen für verschiedene Indikationen zu entwickeln. Dabei liegt der Schwerpunkt zunächst im Bereich der Onkologie und Immunologie. Die führenden Programme von Vividion beinhalten eine Reihe an präzisionsonkologischen und -immunologischen Zielproteinen. Dazu zählen, neben weiteren präklinischen Forschungsprogrammen, aktuelle Forschungsarbeiten an einem Transkriptionsfaktor NRF2-Antagonisten für die potenzielle Behandlung von Krebs mit NRF2-Mutationen, sowie an NRF2-Aktivatoren für verschiedene entzündliche Krankheiten wie Reizdarm.

Nach Abschluss der Übernahme verfügt Bayer über sämtliche Rechte an der Forschungsplattform von Vividion. Diese umfasst drei integrierte, sich ergänzende Komponenten: eine neue Screeningtechnologie der Chemoproteomik, ein integriertes Datenportal und eine eigene Bibliothek chemischer Substanzen. Die Übernahme stärkt die Pharma-Forschung von Bayer im Bereich niedermolekularer Wirkstoffe sowie beim Zugang zu neuen Modalitäten. Im Rahmen der Übernahme wird Bayer eine Zahlung in Höhe von 1,5 Mrd. US-Dollar sowie potenzielle, erfolgsabhängige Meilensteinzahlungen von bis zu 500 Mio. US-Dollar erbringen.

„Diese Akquisition ist eine der Säulen unserer Strategie, unser Portfolio mit bahnbrechenden Innovationen zu verstärken“, sagte Stefan Oelrich, Mitglied des Vorstands der Bayer AG und Leiter der Division Pharmaceuticals von Bayer. „Die Technologie von Vividion ist die fortschrittlichste in der Industrie und hat bewiesen, dass sich mit ihrer Hilfe Wirkstoffkandidaten identifizieren lassen, die Proteine adressieren, die bisher nicht angesprochen werden konnten. Zusammen mit dem bestehenden Know-how von Bayer werden wir in der Lage sein, erstklassige Medikamentenkandidaten zu entwickeln und damit den Wert unseres Portfolios zu steigern. Unser Ziel ist es, Patienten, deren medizinischen Bedürfnisse durch die heute verfügbaren Behandlungsoptionen noch nicht abgedeckt werden, innovative Therapien anzubieten.“

In der Wirkstoffforschung ist die Identifizierung von Wirkstoffkandidaten für Proteine, die als schwer adressierbar gelten, eine große Herausforderung. Die Chemoproteomik-Screeningplattform von Vividion ist in der Lage, zuvor unbekannte Bindungstaschen in gut validierten Zielproteinen zu identifizieren. Hierfür werden chemische Testverbindungen mit dem gesamten menschlichen Proteom abgeglichen, um die Selektivität zu beurteilen. So werden hochwirksame und selektive Substanzen hervorgebracht, die breite therapeutische Anwendungsmöglichkeiten für verschiedene Bereiche mit hohem ungedeckten medizinischen Bedarf bieten. Die Technologie von Vividion hat ihre präklinische Anwendbarkeit in der Onkologie und Immunologie bereits unter Beweis gestellt und hat das Potenzial, dieses auf weitere Indikationsfelder auszuweiten.

„Trotz der Fortschritte in der Genomik, der Strukturbiologie und dem Hochdurchsatz-Screening können etwa 90% der krankheitsverursachenden Proteine nicht mit den derzeitigen Therapien angesprochen werden, da es keine bekannte adressierbare Bindungsstelle gibt. Unsere firmeneigene Chemoproteomik-Plattform überwindet die wesentlichsten Einschränkungen konventioneller Screening-Verfahren und ermöglicht uns, bisher unbekannte oder verborgene funktionelle Taschen auf der Oberfläche von Proteinen zu entdecken und niedermolekulare Wirkstoffe zu identifizieren, die sich selektiv an diese Targets binden“, sagte Jeff Hatfield, Chief Executive Officer bei Vividion. „In Verbindung mit der Expertise von Bayer bei der Entwicklung niedermolekularer Wirkstoffe von der frühen Forschung bis zur Vermarktung und Anwendung beim Patienten kann damit eine einmalige Position eingenommen werden, um schwer adressierbare Zielproteine anzusprechen und neue Arten von Substanzen zum Wohle der Patienten zu entwickeln.“

Um den Unternehmergeist als wesentliche Grundlage für erfolgreiche Innovation beizubehalten, wird Vividion als Tochtergesellschaft von Bayer weitgehend unabhängig agieren. Vividion wird weiterhin für die Weiterentwicklung seiner Technologie und seines Portfolios verantwortlich sein, profitiert dabei aber von der Erfahrung, Infrastruktur und Reichweite von Bayer als globales Pharmaunternehmen.

Der Abschluss der Transaktion unterliegt den üblichen Bedingungen, einschließlich der nötigen regulatorischen Genehmigungen, und wird bis Q3 2021 erwartet.

Bayer lässt sich bei dieser Transaktion finanziell von Credit Suisse und rechtlich von Baker McKenzie beraten. Vividion wird finanziell von Centerview Partners und rechtlich von Cooley LLP beraten.

Über Bayer
Bayer ist ein weltweit tätiges Unternehmen mit Kernkompetenzen auf den Life-Science-Gebieten Gesundheit und Ernährung. Mit seinen Produkten und Dienstleistungen will das Unternehmen Menschen nützen und die Umwelt schonen, indem es zur Lösung grundlegender Herausforderungen einer stetig wachsenden und alternden Weltbevölkerung beiträgt. Bayer verpflichtet sich dazu, mit seinen Geschäften einen wesentlichen Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung zu leisten. Gleichzeitig will der Konzern seine Ertragskraft steigern sowie Werte durch Innovation und Wachstum schaffen. Die Marke Bayer steht weltweit für Vertrauen, Zuverlässigkeit und Qualität. Im Geschäftsjahr 2020 erzielte der Konzern mit rund 100.000 Beschäftigten einen Umsatz von 41,4 Milliarden Euro. Die Ausgaben für Forschung und Entwicklung beliefen sich bereinigt um Sondereinflüsse auf 4,9 Milliarden Euro. Weitere Informationen sind im Internet zu finden unter www.bayer.de

Über Vividion
Vividion Therapeutics, Inc. ist ein biopharmazeutisches Unternehmen, das mithilfe neuartiger Forschungstechnologien hochwertige, traditionell nicht adressierbare Zielproteine mit Präzisionstherapeutika für verheerende Krebserkrankungen und Immunerkrankungen erschließt. Die Technologieplattform des Unternehmens ermöglicht der Firma, Hunderte bisher unbekannter funktioneller Taschen auf gut validierten Zielproteinen zu identifizieren, die an einer Vielzahl von Krankheiten beteiligt sind. Zudem kann das Unternehmen chemische Verbindungen aus seiner firmeneigenen Substanz-Bibliothek identifizieren, die hochselektiv mit diesen Taschen interagieren. Das Unternehmen nutzt seine proprietäre Chemoproteomik-Plattform, um eine diversifizierte Pipeline hochselektiver niedermolekularer Therapeutika voranzutreiben, die auf hochwertige, traditionell schwer adressierbare Zielproteine in der Onkologie und Immunologie abzielen. Weitere Informationen finden Sie unter www.vividion.com.

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Zukunftsgerichtete Aussagen
Diese Presse-Information kann bestimmte in die Zukunft gerichtete Aussagen enthalten, die auf den gegenwärtigen Annahmen und Prognosen der Unternehmensleitung von Bayer beruhen. Verschiedene bekannte wie auch unbekannte Risiken, Ungewissheiten und andere Faktoren können dazu führen, dass die tatsächlichen Ergebnisse, die Finanzlage, die Entwicklung oder die Performance der Gesellschaft wesentlich von den hier gegebenen Einschätzungen abweichen. Diese Faktoren schließen diejenigen ein, die Bayer in veröffentlichten Berichten beschrieben hat. Diese Berichte stehen auf der Bayer-Webseite www.bayer.de zur Verfügung. Die Gesellschaft übernimmt keinerlei Verpflichtung, solche zukunftsgerichteten Aussagen fortzuschreiben und an zukünftige Ereignisse oder Entwicklungen anzupassen.

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