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Donnerstag - 3. Juni 2021

Bayer übernimmt Noria und PSMA Therapeutics und erweitert Portfolio für Prostatakrebs

Ausbau der Onkologieplattform zielgerichteter Alpha-Therapien von Bayer / Akquisition umfasst Actinium-225-markierten, differenzierten kleinmolekularen PSMA-Wirkstoff zur Behandlung von Prostatakrebs

Berlin, 3. Juni 2021 – Bayer hat heute die Vereinbarung zur Übernahme von Noria Therapeutics Inc. (Noria) und PSMA Therapeutics Inc. bekannt gegeben. Durch die Akquisition erhält Bayer die exklusiven Rechte an einer differenzierten Alpha-Radionuklid-Therapie basierend auf Actinium-225 und einem niedermolekularen Molekül, das zielgerichtet an das prostataspezifische Membranantigen (PSMA) bindet. Die Akquisition erweitert das Onkologieportfolio von Bayer an zielgerichteten Alpha-Therapien (Targeted Alpha Therapies, TAT), das derzeit Xofigo® (Radium-223-dichlorid) und die in der Entwicklung befindliche, unternehmenseigene Plattform der zielgerichteten Thorium-Konjugate umfasst. Das akquirierte präklinische Programm konzentriert sich auf die Behandlung von Patienten mit Prostatakrebs, den am zweithäufigsten diagnostizierten Krebs bei Männern. Aufgrund ihres besonderen Designs könnte diese Therapie ein differenziertes Wirksamkeits- und Sicherheitsprofil bieten und hat das Potenzial, den hohen medizinischen Bedarf bei Männern mit Prostatakrebs zu adressieren.

„Bayer konzentriert sich auf Krebserkrankungen mit hohem medizinischen Bedarf mit dem Ziel, Krebspatienten Behandlungen zur Verfügung zu stellen, die das Therapieergebnis in verschiedenen Stadien der Krankheit verbessern können", sagte Robert LaCaze, Mitglied des Executive Committee der Pharmaceuticals Division und Leiter der strategischen Geschäftseinheit Onkologie bei Bayer. „Diese Akquisition ist ein weiterer wichtiger Meilenstein, das Onkologieportfolio von Bayer durch internes Know-how sowie strategische Kooperationen und Vereinbarungen entscheidend voranzubringen.“

Die von Bayer erworbenen Unternehmen, Noria und PSMA Therapeutics, verfügen über exklusive weltweite Rechte auf Technologien, die von Weill Cornell Medicine (New York, NY, USA) und der Johns Hopkins University (Baltimore, MD, USA) lizenziert wurden. Noria wurde von Dr. John Babich, Leiter für Radiopharmazeutische Wissenschaften in der Radiologie bei Weill Cornell Medicine, gegründet.

„Weill Cornell Medicine hat sich zum Ziel gesetzt, die Innovationen unserer Fakultät auf den Markt zu bringen, damit Patienten von den neuesten Therapeutika profitieren können", sagte Dr. Lisa Placanica, Senior Managing Director des Zentrums für Technologielizenzierung bei Weill Cornell Medicine. „Die Übernahme von Noria und PSMA Therapeutics durch Bayer, die die radiopharmazeutische und diagnostische Technologie von Dr. Babich gefördert haben, ist ein wichtiger Meilenstein in der Arzneimittelentwicklung. Wir freuen uns auf die Fortschritte, die diese Zusammenarbeit bei der Verbesserung der Prostatakrebstherapien erzielen kann."

Mit der ersten und bislang einzigen zugelassenen zielgerichteten Alpha-Therapie Radium-223-dichlorid, verfügt Bayer von der frühen Forschung bis zur Patientenversorgung über einzigartige Erfahrung und konnte die TAT erfolgreich als Teil des Versorgungsstandards für Prostatakrebspatienten weltweit etablieren. Durch die Erweiterung der Entwicklungsplattform der zielgerichteten Thoriumkonjugate des Unternehmens mit dem innovativen, Actinium-225-markierten niedermolekularen Wirkstoffkandidat, treibt Bayer die Entwicklung weiterer differenzierter Behandlungsmöglichkeiten für Patienten mit unterschiedlichen Krebserkrankungen voran, die einen signifikanten Unterschied machen können.

„Auch wenn die Überlebensrate bei Krebs insgesamt gestiegen ist, besteht weiterhin ein hoher Bedarf in vielen Bereichen der onkologischen Behandlungen“, sagte Marianne De Backer, MBA, PhD, Mitglied des Executive Committee der Division Pharmaceuticals und Head Strategy and Business Development & Licensing bei Bayer. „Wir arbeiten kontinuierlich mit großem Engagement daran, weitere innovative und zukunftsweisende Therapieoptionen für Patienten mit bestehendem Bedarf durch Kooperationen zu erschließen.“

Die finanziellen Bedingungen der Vereinbarung wurden nicht bekannt gegeben.

Über Zielgerichtete Alpha-Therapien bei Bayer
Zielgerichtete Alpha-Therapien (Targeted Alpha Therapies, TAT) sind eine neu entstehende Klasse der Radionuklidtherapie für verschiedene Tumoren. Sie transportieren Alphastrahlung direkt zu Tumoren im Körper, entweder über ihre knochensuchende Eigenschaft (Radium-223) oder indem sie Alpha-Radionuklide wie Actinium-225 oder Thorium-227 mit spezifischen Zielmolekülen kombinieren. Im Vergleich zur Betastrahlung hat Alphastrahlung einen höheren linearen Energietransfer und eine kürzere Reichweite. Durch Alphastrahlen induzierte DNA-Doppelstrangbrüche werden den Tumorzellen schwer zu reparierende Schäden zugefügt.

Radium-223-dichlorid von Bayer ist die erste und einzige zugelassene TAT. Ergebnisse der Phase-III-Studie ALSYMPCA beim metastasierten kastrationsresistenten Prostatakrebs (mCRPC) haben gezeigt, dass Radium-223-dichlorid das Gesamtüberleben verlängert, die Lebensqualität verbessert und gut verträglich ist. In EU-Ländern wird Radium-223-dichlorid als Monotherapie oder in Kombination mit einem LHRH (luteinisierenden-Hormon-freisetzenden Hormon)-Analogon zur Behandlung von erwachsenen Patienten mit mCRPC und symptomatischen Knochenmetastasen ohne bekannte viszerale Metastasen angewendet, bei denen die Erkrankung nach Erhalt von mindestens zwei vorausgehenden systemischen Therapielinien zur Behandlung des mCRPC (außer LHRH-Analoga) fortschreitet, oder für die keine andere verfügbare systemische mCRPC-Therapie geeignet ist. Seit der Markteinführung wurden mehr als 76.000 Patienten behandelt. Radium-223-dichlorid wird derzeit in einem umfassenden klinischen Entwicklungsprogramm für Patienten mit Prostatakrebs und darüber hinaus weiter untersucht.

Mit seiner firmeneigenen Plattform für zielgerichtete Thoriumkonjugate (Targeted Thorium Conjugates, TTC) entwickelt Bayer eine Reihe von Wirkstoffkandidaten mit Potenzial für die Behandlung mehrerer Krebsarten, die mit verfügbaren Behandlungsoptionen derzeit nicht ausreichend therapiert werden können. PSMA-TTC, das einen auf das Prostata-spezifische Membranantigen (PSMA) ausgerichteten Antikörper mit Thorium-227 kombiniert, ist ein fortgeschrittenes TTC-Projekt bei Bayer. Es befindet sich momentan in der klinischen Phase I bei Patienten mit mCRPC. PSMA ist auf der Oberfläche von Prostatakrebszellen stark exprimiert und hat sich als validiertes Zielprotein für Präzisionsmedikamente gegen Krebs erwiesen. Mit der jetzigen Akquisition erweitert Bayer sein bestehendes TAT-Entwicklungsportfolio um eine Actinium-markierte Alpha-Therapie, die gegen PSMA gerichtet ist. Es ist geplant, diese als neuartige Behandlungsoption für Prostatakrebs in unterschiedlichen Stadien zu entwickeln.

Über Prostatakrebs bei Bayer
Bayer verfolgt das Ziel, das Leben von Menschen zu verbessern, und arbeitet daher an der Erweiterung seines Portfolios für innovative Behandlungen. Mit großem Einsatz entwickeln wir neue Arzneimittel, die dazu beitragen, das Leben von Menschen mit Krebserkrankungen zu verlängern und zu verbessern. Bei Prostatakrebs handelt es sich um die am zweithäufigsten diagnostizierte Krebsart bei Männern (1) weltweit und um einen Schwerpunktbereich für Bayer. Zwei Produkte des Unternehmens (Nubeqa® und Xofigo®) sind bereits auf dem Markt und mehrere Wirkstoffe befinden sich in der Entwicklung, darunter ein neuartiger Ansatz, der zielgerichtete Alphatherapien weiterentwickelt. Bayer setzt sich intensiv mit dem besonderen Bedarf von Männern mit Prostatakrebs auseinander und stellt Behandlungen zur Verfügung, die das Leben der Patienten über die verschiedenen Krankheitsphasen hinweg verlängern können. und die gleichzeitig den Betroffenen ermöglichen, weiterhin ihren Alltagsaktivitäten nachzukommen.

Über Bayer
Bayer ist ein weltweit tätiges Unternehmen mit Kernkompetenzen auf den Life-Science-Gebieten Gesundheit und Ernährung. Mit seinen Produkten und Dienstleistungen will das Unternehmen Menschen nützen und die Umwelt schonen, indem es zur Lösung grundlegender Herausforderungen einer stetig wachsenden und alternden Weltbevölkerung beiträgt. Bayer verpflichtet sich dazu, mit seinen Geschäften einen wesentlichen Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung zu leisten. Gleichzeitig will der Konzern seine Ertragskraft steigern sowie Werte durch Innovation und Wachstum schaffen. Die Marke Bayer steht weltweit für Vertrauen, Zuverlässigkeit und Qualität. Im Geschäftsjahr 2020 erzielte der Konzern mit rund 100.000 Beschäftigten einen Umsatz von 41,4 Milliarden Euro. Die Ausgaben für Forschung und Entwicklung beliefen sich bereinigt um Sondereinflüsse auf 4,9 Milliarden Euro. Weitere Informationen sind im Internet zu finden unter www.bayer.de

Über Noria / PSMA Therapeutics
Noria Therapeutics Inc. (Noria) ist ein Forschungs- und Entwicklungsunternehmen, das von führenden Experten der Radiopharmazeutischen Entwicklung geleitet wird und sich auf die Entwicklung neuartiger zielgerichteter Alpha-Therapeutika und Theranostika konzentriert. PSMA Therapeutics Inc. ist eine Tochtergesellschaft von Noria, um die Plattform auf dem Feld des prostataspezifischen Membranantigens (PSMA) für Strahlentherapeutika voranzutreiben. Beide Unternehmen haben weltweit exklusive Rechte an Technologien, die von Weill Cornell Medicine (New York, NY, USA) und der Johns Hopkins University (Baltimore, MD, USA) lizenziert wurden. Die Unternehmen haben ihren Hauptsitz in New York City, USA.

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Zukunftsgerichtete Aussagen
Diese Presse-Information kann bestimmte in die Zukunft gerichtete Aussagen enthalten, die auf den gegenwärtigen Annahmen und Prognosen der Unternehmensleitung von Bayer beruhen. Verschiedene bekannte wie auch unbekannte Risiken, Ungewissheiten und andere Faktoren können dazu führen, dass die tatsächlichen Ergebnisse, die Finanzlage, die Entwicklung oder die Performance der Gesellschaft wesentlich von den hier gegebenen Einschätzungen abweichen. Diese Faktoren schließen diejenigen ein, die Bayer in veröffentlichten Berichten beschrieben hat. Diese Berichte stehen auf der Bayer-Webseite www.bayer.de zur Verfügung. Die Gesellschaft übernimmt keinerlei Verpflichtung, solche zukunftsgerichteten Aussagen fortzuschreiben und an zukünftige Ereignisse oder Entwicklungen anzupassen.

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